Eine Pilotstudie von Andreas Brandl

Hintergrund:

Es gibt widersprüchliche Aussagen zur Evidenz Myofaszialer-Release-Techniken (MFR) bei akuten/subakuten lumbalen Rückenschmerzen (aLBP). Ein Zusammenhang zwischen Beinlängendifferenzen, Beckenschiefstand und aLBP wird ebenso kontrovers diskutiert. Neuere Studien unterstreichen hingegen die Rolle des muskulofaszialen Korsettsystems bei der Aufrechterhaltung der spinalen Stabilität und der Stabilität des Beckenringes.

Methodik:

Bei zwölf Probanden (7 weiblich, 5 männlich) mit aLBP und einer bestehenden funktionellen Beinlängendifferenz (fBLD) von mehr als 3 mm wurde eine MFR an der Fascia thoracolumbalis (FTL) durchgeführt. Prä- und postinterventionell wurde die fBLD mittels Laserlotmessung (LLM), der Finger-Boden-Abstand (FBA) und die Schmerzintensität mit der Visuellen Analogskala (VAS) gemessen.

Ergebnisse:

Der Median der absoluten Differenz der SIPS verringerte sich hochsignifikant unmittelbar nach der Intervention um 5,00 mm (p < 0,001). Die VAS zeigte signifikante Unterschiede zur Follow-up-Messung. Der Median reduzierte sich dabei um 17,50 mm (p < 0,05).

Schlussfolgerung:

Die Ergebnisse dieser Pilotstudie geben einen Hinweis darauf, dass MFR an der FTL in der Lage sind, bei aLBP strukturelle Veränderungen der Beckengeometrie zu bedingen, die von großem therapeutischem Interesse sind. Eine nachfolgende RCT zur Verifizierung der Ergebnisse erscheint vor diesem Hintergrund vielversprechend.

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