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Kraniale manipulative osteopathische Medizin (OMM) beinhaltet die Manipulation des primären Respirationsmechanismus zur Verbesserung von Struktur und Funktion bei Kindern und Erwachsenen. Das Ziel dieses Reviews war die Identifizierung und kritische Bewertung der Literatur in Bezug auf die klinische Wirksamkeit von kranialer OMM. Folgende elektronische Datenbanken wurden mit den keywords “cranial manipulation”, “osteopathy in the cranial field”, “cranial osteopathy” und “craniosacral technique” durchsucht: EMBASE, MEDLINE In-Process & Other Non-Indexed Citations, The Cochrane Central Register of Controlled Trials, CINAHL (Cumulative Index to Nursing and Allied Health Literature), und AMED (Alternative Medicine). Alle randomisierten kontrollierten Studien und Beobachtungsstudien, die die Wirksamkeit der kranialen OMM gemessen haben, wurden in den Review eingeschlossen. Ausschlusskriterien waren nicht-englischsprachige Artikel, Studien nicht relevant zur kranialen OMM, und Tierstudien.

Folgende Messparameter wurden extrahiert: Schmerzen, Schlafstörungen, Lebensqualität, Motorik, und Funktion des autonomen Nervensystems (ANS). Die methodische Qualität der Studien wurde beurteilt anhand der Downs und Black Checkliste.

Von den acht Studien, die die Einschlusskriterien erfüllten, waren sieben randomisierte kontrollierte Studien und eine Studie war eine Beobachtungsstudie. Verschiedene kraniale OMM Techniken und eine Vielzahl von Krankheitsbildern wurden identifiziert in den eingeschlossenen Studien. Positive klinische Ergebnisse konnten beobachtet werden hinsichtlich Schmerzreduktion, Veränderung der ANS Funktion und Verbesserung der Schlafgewohnheiten. Methodische Downs und Black Qualitäts Scores erreichten 14 bis 23 Punkte, bei einem möglichen Maximum von 27 Punkten.

Die Autoren verweisen darauf, dass die derzeit verfügbaren Daten über die klinische Wirksamkeit der kranialen OMM heterogen und nicht ausreichend sind, um endgültige Schlußfolgerungen zu ziehen. Aufgrund der moderaten methodologischen Qualität der Studien und der Knappheit der verfügbaren Daten, ist weitere Forschung auf diesem Gebiet erforderlich.

Referenz:
Anne Jäkel, Phillip von Hauenschild
J Am Osteopath Assoc. 2011;111(12):685-693

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